Vitamin D

 

Viele Menschen verbinden mit der Vorsorgeuntersuchung beim Arzt die Bestimmung Ihrer Cholesterinwerte. Aber kennen Sie auch Ihren Vitamin-D-Spiegel? Wenn ja, gehören Sie zu einer kleinen Minderheit.

 

Vitamin D wird von den meisten mit Knochen und Zähnen in Verbindung gebracht, So ist die aktive Form des Vitamin D - 1, 25-(OH)2-Vitamin D3 (Synonym: Kazitriol) einer der wichtigsten Regulatoren des Kalziums mit vielen Wirkungen auf das Skelett. Es

  • steigert die Kalziumresorption aus der Nahrung im Darm in die Blutbahn
  • vermindert die Kalziumausscheidung über die Niere und den Urin
  • steigert die Bildung, Reifung und Aktivität von Knochenzellen
  • steigert den Einbau von Kalzium in den Knochen (die sog. "Mineralisation")

Vitamin D spielt wohl aber auch in einer ganzen Reihe anderer Organsysteme eine wichtige Rolle. Es finden sich Rezeptoren für dieses Hormon in fast allen Geweben. Ein Defizit hat so möglicherweise Einfluss auf eine ganze Reihe von Erkrankungen.
Ein Vitamin D-Mangel ist beispielsweise mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, einige Krebsarten (z.B. Brust- und Prostatakrebs) und Multiple Sklerose assoziiert. Auch bei vielen unspezifischen Symptomen wie Schlafstörungen, Muskelkrämpfen und –zittern findet sich ein Vitamin D-Mangel.

Ein unzureichender Vitamin-D-Status ist in epidemiologischen Studien assoziiert mit:

  • Knochengesundheit (Rachitis/Osteomalazie/Osteoporose)
  • Muskelschwäche
  • Herz- und Hirninfarkt
  • Krebs
  • Typ-1- und Typ-2-Diabetes
  • rheumatische Erkrankungen
  • Influenza („Grippe“) und grippale Infekte
  • Depressive Erkrankungen
  • M. Alzheimer
  • M. Parkinson
  • Multiple Sklerose
  • Chronisches Müdigkeitssyndrom

Laut dem Robert-Koch-Institut basierend auf den Daten des Bundes-Gesundheitssurveys 1998 haben 57 % der Männer und 58 % der Frauen in Deutschland einen zu niedrigen Vitamin D-Spiegel.

Eigentlich ist Vitamin D gar kein Vitamin sondern die Vorstufe eines Hormons, da es vom Körper selbst gebildet werden kann. Es entsteht in der Haut aus einem Vorläufer des Cholesterin durch den Einfluss von UV-Strahlung der Sonne, weshalb es umgangssprachlich auch das "Sonnenvitamin" genannt wird. 90% unseres Bedarfes werden so gedeckt.

In unseren Breitengraden wird nur in der Zeit von April bis Oktober Vitamin D in der Haut gebildet, da in den anderen Monaten die Intensität der UV-Strahlung zu schwach ist. Dies bedeutet, dass die Vitamin D Spiegel vor allem zum Ende des Winters besonders niedrig sind. Aber auch im Sommer bilden viele Menschen nicht ausreichend Vitamin D, da wir uns häufig den ganzen Tag in geschlossenen Räumen aufhalten. Abend- und Morgensonne sind nicht stark genug für die Synthese. Sonnencremes blockieren fast 99% der UV-B-Strahlung. Der zum Schutz der Haut vor weißem Hautkrebs sinnvolle Mechanismus ist für die Vitamin D Produktion sehr schlecht.
Für Menschen mit dunklerer Hautfarbe, die über einen natürlichen Schutz vor UV-Strahlung verfügen oder Bevölkerungsgruppen, deren Kleiderordnung große Teile der Haut bedeckt, bedeutet die in unseren Breiten schwache Sonne eine unzureichende Synthese von Vitamin D.
Bei Menschen über 65 Jahre ist die natürliche Vitamin D Produktion in der Haut erheblich herabgesetzt, so dass manche auch bei an sich genügender Sonnenbestrahkung nur geringe Mengen Vitamin D bilden.

Die Intensität der UV-Strahlung wird durch den UV-Index angegeben. Ab einen UV-Index von 3 kommt es in der Haut zur Synthese von Vitamin D.

Die aktuellen UV-Indizies können Sie auf den Seiten des deutschen Wetterdienstes erfahren.

Auch mit der Nahrung können wir Vitamin D aufnehmen, wenn auch nur in geringen Mengen.
Die größte Menge liefert Lebertran, was für die meisten allerdings ein Geschmackserlebnis ist, auf das sie gern verzichten. Fettreiche Fischarten wie Lachs, Hering oder Sardine enthalten ebenfalls Vitamin D, wobei beachtet werden sollte, dass Wildfische erheblich gehaltvoller sind gezüchtete Exemplare.
Auch in Milchprodukten, Eiern und verschiedenen Pilzsorten (Shiitake-, Steinpilze) ist Vitamin D enthalten, aber in geringeren Mengen als im Fisch.
Zur Deckung des Bedarfes sind Nahrungsmittel unzureichend. Maximal 20% können durch Essen aufgenommen werden, wenn man nicht täglich eine Lachsseite oder 30 Eier essen möchte.

Synthese des Vitamin D in der Haut

Das von der Sonne ausgestrahlte Licht enthält UV-B Strahlung, die in der Haut aus Provitamin D (eine Votstufe des Cholesterins) das Vitamin D3 (Cholecaliferol) synthetisiert. Das Vitamin D3 wird im Blut zur Leber transportiert und mittels eines Enzyms in Calcidol (25(OH)D3) umgewandelt. Diese Speicherform wird im Labor gemessen. Die aktive Form des Vitamin D ist das Calcitriol (1,25(OH)2 D3). Vorrangig wird es in der Niere aus Calcidol gebildet, aber in letzter Zeit hat man erforscht, dass diese Reaktion auch in vielen anderen Zellen und Organen stattfindet.

VitaminD

Abb. 1: Synthese von Vitamin D durch UV-Strahlung

 

Normwerte

Parameter Einheit  
25(OH)-Vitamin D (Calcidiol) ng/ml  
- Winter   10-50
- Sommer   20-120

 

Im Hinblick auf eine gute Vitamin D - Versorgung ist ein Spiegel von

30 - 70 ng/ml

anzustreben.

 

VitD-Spiegel

Eine Supplementierung sollte möglichst nur nach Bestimmung des Vitamin-D Spiegels erfolgen. Frei verkäuflich sind Vitamin D - Tabletten mit 400 IE (Internationale Einheiten). Die enthaltene Menge Vitamin D entspricht den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Neuere Untersuchungen legen jedoch eine - vor allem in den WIntermonaten - viel höhere Tagesdosis nahe, 2.000 IE pro Tag sind nach heutiger Kenntnis sicher ungefährlich.

Eine Einnahme sollte jedoch auf jeden Fall erst nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen, da es bei einigen Erkrankungen zu einer Verschlechterung oder erheblichen Nebenwirkungen kommen kann (Nierensteine, Niereninsffizienz (-schwäche), bestimmte Medikamente, Sarkoidose)

Ob eine gezielte Substitution das Risiko für die Entwicklung der o.g. Erkrankungen (koronare Herzerkrankung, Diabetes, Brust- und Prostatakrebs, etc.) senkt, wird derzeit in großen Studien untersucht.

 

 

 

Friedrich-Ebert-Str. 3
47799 Krefeld

Tel.: 0 21 51 - 59 55 11
Fax: 0 21 51 - 59 60 96

24 h-Rezepthotline
Tel.: 0 21 51 - 59 50 60

info@praxis-bismarckplatz.de

www.praxis-bismarckplatz.de

 

Sprechstundenzeiten
     
Mo 08:00-11:00 15:00-17:00
Di 08:00-11:00 15:00-17:00
Mi 08:00-11:00  
Do 08:00-11:00 15:00-17:00
Fr 08:00-11:00  
     
und nach Vereinbarung

 

Notfall

Mobil:
Dr. Fette:
0 151 - 168 90 747

Dr. Thimm:
0 160 - 61 25 458

Ärztlicher Notdienst:
116 117

Im lebensbedrohlichen Notfall

Apothekennotdienst in Krefeld